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Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das Düsseldorfer Siegertreppchen. Wie wir alle im Rahmen der Special Olympics 2014 Kultur fördern können.





„Das Düsseldorfer Siegertreppchen“ - unser neues Jason Rø Projekt im Rahmen des städtischen Kulturprogramms zu den Special Olympics 2014 in Düsseldorf.

Unsere Edition ist eine Unterstützungskampagne die alle Düsseldorfer anspricht, um die Idee von Teilhabe, Toleranz und Gleichberechtigung der neben uns lebenden geistig behinderten Menschen mehr in den Focus der Öffentlichkeit zu tragen. Erdacht und umgesetzt im Sinne der Inklusion als Kunstprojekt und Öffentlichkeitsarbeit zugunsten des städtischen kulturellen Rahmenprogramms der Special Olympics 2014 für Menschen mit geistiger Behinderung in Düsseldorf.

Düsseldorfer Siegertreppchen. So heisst die kreative Umwandlung der olympischen Symbole in ein einzigartiges Möbelobjekt. Siegertreppe und Fahnen wurden zu einem denkwürdigen Kultmöbel mit zwei Sitzplätzen. Wo sonst nur einzelne bejubelt werden, sind jetzt zwei Sitzflächen auf gleicher Höhe entstanden. So kann ein Gespräch beginnen! Dort wo sonst der einsame Sieger steht, ist jetzt Platz für gemeinsame Spiele und eine Aufbewahrungsbox.

In Zusammenarbeit mit Künstlern und Designern mit und ohne geistige Behinderung wird jedes Siegertreppchen neu gestaltet. Im Bild oben z.B. wurde es von Markus Hellmann bemalt, aus dem offenen Atelier Studio 111,  Haus St. Josef. Gebaut werden die Objekte in Düsseldorfer Werkstätten für Behinderte. Jedes Siegertreppchen ist somit ein Unikat und Ergebnis gemeinschaftlichen Wirkens.

Der Sinn: das Möbel ist ein repräsentables Symbol für Foyer, Firma, Flur oder Zuhause und soll erworben werden. Mit den Sponsoring-Einnahmen werden inklusive städtische und zusammengehörige Kulturprojekte im Rahmen der Special Olympics für geistig Behinderte 2014 in Düsseldorf umgesetzt. Auf diese Weise können so wichtige Kulturprojekte für und mit geistig behinderten Menschen stattfinden. Alle Förderungen werden im Rahmen unserer Gemeinnützigkeit öffentlich gemacht.

Wir hoffen, daß die Siegertreppchen in Düsseldorf viele verbindende und lebendige Projekte zu Toleranz und Teilhabe geistig behinderter Menschen möglich machen können.
Für Spenden ab 1500.– EUR gehört ein Düsseldorfer Siegertreppchen Ihnen.
Werden Sie Teil der Bewegung zu den Special Olympics 2014 in Düsseldorf.
Machen Sie mit. Die mit Ihrer Hilfe entstandenen Siegertreppchen werden nach den Special Olympics in einer grossen Ausstellung gezeigt und publiziert.
Förderer, Unterstützer und fördernde Firmen werden auf Wunsch in Publikationen und auf entsprechenden Internetseiten genannt.

Wir arbeiten mit unserem gemeinnützigen Verein zusammen mit der an Nachhaltigkeit orientierten und zertifizierten GLS Bank in Bochum zusammen.

Bei entsprechenden Spenden bitte Ihre Adresse nicht vergessen
und das Stichwort: „Düsseldorfer Siegertreppchen“
Kontoname: Jason Rø e.V.
BLZ 430 609 67
Konto 40 66 249 800
GLS Bank Bochum
Oder rufen Sie uns einfach an. Wir freuen uns darüber und beantworten gerne jede Ihrer Fragen. Schauen Sie doch auch mal auf unserer Homepage vorbei: www.jason-ro.de

Wir begrüßen mit dem Kooperative-Store am Cranachplatz in Düsseldorf-Flingern unseren ersten Verkaufspartner für das Düsseldorfer Siegertreppchen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Jason Rø, Carsten Reinhold Schulz und das europäische Forum Outsider -Kunst

Stand Jason Rø, Carsten Reinhold Schulz mit der Fahne aus der
Fotoserie „Künstler, wollt ihr ewig leben?“, 2013
und Bilder aus dem Studio 111


Das internationale Forum für Outsider-Kunst mit dem Titel „2x2“ ist am 6. Oktober 2013 zu Ende gegangen. 
Beinahe zwei Dutzend offene und geschlossene Ateliers, Gruppen, Klinikbereiche, pädagogische Einrichtungen und Galerien hatten sich in der Alexianer Kunsthalle Kannen in Münster eingefunden, zwecks informativen Austauschs und um die verschiedensten Ansätze, die eine Beschäftigung mit Formen der Kunst und Kreativität in diesem Bereich zeitigt, diskutieren zu können. Natürlich konnten auch Bilder oder Objekte der Outsider Art gekauft werden.
Aus den annähernd gleichen Gründen habe ich, resp. der Verein Jason Rø, einen der zwei mal zwei Meter großen Stände erhalten: um die Chancen einer mit sozialem und politischem Engagement aufgeladenen Künstlerrolle beleuchten zu können.
Letztendlich steht man jedoch wieder, sattsam bekannt und aller entwickelten Theorie zum Trotz, an einem weiteren Stand auf einer Kunstmesse, die sich kaum von einer der vielen heutigen Kunstmessen unterscheidet. Einerseits hört sich das wie die herbeigesehnte Inklusion an, als sei durch die Ununterscheidbarkeit jede inklusive Vorgabe schon erreicht, anderseits fällt auf, wie breit gestreut die Outsider-Kunst sich heute darstellt und wie wenig städtisches Publikum jenseits der einschlägig orientierten Fachbesucher sich auf dem schönen und gastfreundlichen Gelände der Alexianer vor Münster einfinden.
Dabei ist diese Messe so etwas wie eine europäische Chance. Hier kann man, mit kompetenten Gesprächspartnern, Entwicklungen der sogenannten Outsider-Kunst auf einer überschaubaren, offenen Ebene vorantreiben und Künstler und Ateliers, z.B. als passende Kooperationspartner, finden.
Gerade die Presse versteht es jedoch noch immer nicht, neben ausgedünnt wirkenden Sachinformationen das Thema umfassend und halbwegs Interesse weckend zu behandeln. Zu tief sitzt wohl die Angst das falsche Wort zu finden.
Zu schwer ist offenbar die journalistische Aufgabe feuilletonistische, soziale und menschliche  Zusammenhänge versiert unter einen Hut zu schreiben. 

Noch erscheint die aktuelle Outsider-Kunst als ein prosperierendes, weil europäisch gefördertes Feld von Inklusionsabsichten. Ebenso ist es ein noch ungeliebtes, eher argwöhnisch beäugtes Stiefkind des Kunstbetriebs.
Zudem macht sich Unsicherheit breit, weil gerade der Begriff Outsider-Kunst, mal als Übersetzung des sehr differenziert gemeinten „Art brut“, von Dubuffet erfunden, mittlerweile ein Spektrum an Teilnehmern entwickelt, bei dem Autodidakt und Therapiezentrum sich ebenso Zuhause fühlen möchten, wie es malende Krebskranke, Autisten oder Menschen mit geistiger Behinderung tun sollen. Eine wildes Sammelsurium, möchte man meinen (warum eigentlich nicht?), zeigt sich jedoch gerade anhand dieser Tatsache, wie sehr ein, alle Plattformen überspringendes, Gespräch gebraucht wird, dass eine uferlos wabernde, zu wenig kritisch hinterfragte „Kunst“ im Allgemeinen auf ein gesellschaftlich benötigtes aktuelles Niveau heben könnte. Fragen gäbe es eindeutig genug.
Zur kritischen Auseinandersetzung würde zum Beispiel der Standpunkt gehören, dass die europaweite Förderung von Teilhabe, Eingliederung oder Outsider-Kunst, sich nicht gerade in Deutschland im Buhlen um Deutungs- und Repräsentationshoheiten von immer mehr repräsentativen Hilfsorganisationen und einer wachsenden Zahl darin eingebundener Kuratoren erschöpfen sollte.
Denn diese Gefahr besteht, spätestens wenn jede Kommune das Werbepotential hinter dieser, wie für das Kulturmanagement geschaffenen Idee, erkannt haben sollte. (Über die aus der Zeit gefallene Schwierigkeit die Düsseldorf mit Künstlern mit geistiger Behinderung hatte, wurde einige Blogbeiträge vorher bereits ausführlich berichtet.)
Auch wenn es, wie immer, einzelne Persönlichkeiten sind, die jeden Fortgang der Dinge mit viel Herzblut vorantreiben, wünsche ich mir deutlich mehr Mut zum Gespräch und zur Innovation. Zudem habe ich die Hoffnung, dass sich wichtige gesellschaftliche Gemeinsamkeiten über die Outsider Art bemerkbar machen können, nicht zuletzt um gemeinschaftlich geschützt werden zu können. Dazu ist Solidarität gefragt und nicht das Abstecken von Claims.
Jason Rø e.V. ist aktiver Teil der Recherche zur sozialen Kraft in der Kunst.
www.jason-ro.de

Carsten Reinhold Schulz

Dienstag, 14. Mai 2013

ART BEATS BRUT BIlder, Projektionen, Bands, Texte




Unterstützen Sie das Düsseldorfer Non-Profit Projekt zu Solidarität, Inklusion und sozialer Kraft in der Kunst durch Ihr Kommen!

Mit Bildern, Installationen, Fotografien, Projektionen, Livemusik, Lesung und DJ-Outsider Disco werden Begriffe wie Solidarität und Inklusion in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Ordnungsprinzipien gebracht und diskutiert.



Arbeiten und Beiträge von Mischa Kuball, Thomas Bayrle, Andrej Dureika,Ralf Brög, Felix Droese, Carsten Reinhold Schulz, das Künstlerpaar Kuznetcowa / Edisherov und Fritz Schwegler beleuchten und hinterfragen Perspektiven sozialer Verantwortlichkeit in der Kunst. 


Als Musiker mit international legendärem Ruf engagieren sich Jaki Liebezeit
und Dominik von Senger
im Projekt, genauso wie der Ausnahme-Sprecher
Axel Grube mit einer Lesung der Wortfinder-Autoren.

Die Künstler der Outsider Art kommen aus dem Alexianer Kunsthaus Kannen in Münster: Falco Tietz, Werner Padberg, Fritz Tobergte und dem Studio 111, Haus St. Josef in Düsseldorf: Silvia Fuchs und die Live-Band „Waschkaue“, Markus Hellmann und Ingeborg Close. 

Der Düsseldorfer Autor und Konzeptkünstler Carsten Reinhold Schulz und der Verein JASON RØ e.V. haben für das Projekt eine hochkarätige Mischung aus Autoren, Bands und bildenden Künstlern mit und ohne geistige/psychische Behinderung in den im Umbau befindlichen Gerresheimer Kultur-Bahnhof in Düsseldorf eingeladen.  
Die Texte der Autoren mit geistiger Behinderung stammen aus edeutschlandweit durchgeführten Wettbewerben und Aktionen der Wortfinder e.V., Bielefeld.




Für ein ausgewogenes kulinarisches Angebot sorgt Outside Peter Inhovens
Wurst-Zirkus.



Eröffnung:

7.Juni 2013, 19.00 Uhr

Gerresheimer Bahnhof, 40625 Düsseldorf, Im Brühl

ÖPNV: Endstation Bahnlinie 703 und S-Bahnstation Gerresheim





Mittwoch, 27. März 2013

Ein Schritt nach vorn: Die erstmalige Beteiligung Düsseldorfer Künstler mit geistiger Behinderung am offiziellen Kunstgeschehen steht fest.

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Gut für die Kunst, gut für Düsseldorf.
Die seit langem drängende Frage, warum die Künstler des Studio 111 bisher nicht an den Düsseldorfer Kunstpunkten teilnehmen durften, konnte jetzt aufgelöst werden. Über neun Monate lang hatte die fatale Sachlage diesen Blog als Künstler-Initiative auf den Plan gerufen, sie war Initialzündung zur Gründung des gemeinnützigen Vereins JASON RØ e.V. und auch der NRW Landesbehindertenbeauftragte wurde involviert. Vieles war unklar, wenig in Bewegung. 
Kriterien
Dabei ging es uns nicht darum, unter allen Umständen Menschen mit einer Behinderung in ein Kultur- und Prestige-Projekt der Stadt zu integrieren.
Ziel war es, das Bild des Künstlers in der Öffentlichkeit differenziert zu diskutieren und deutlich zu machen, das die gestellten Kulturamts-Kriterien für eine Teilnahme an den „Kunstpunkten“ unter keinen Umständen für Künstler mit einer geistigen Behinderung gelten dürfen.
Denn: obwohl in der Regel natürlich kein Akademieabschluss, wie gewünscht,  bei diesen Künstlern vorliegen kann, muss man dennoch von eindeutiger Künstlerschaft sprechen. Das tun ohnehin bereits Düsseldorfer Kunsthistoriker wie Werner Alberg, das tun viele andere Künstler, das zeigen regelmäßige Ausstellungen – auch in Museen. Kompetenz und Solidarität waren sichtbar.
Kunst und soziale Verantwortung
Die Künstler des offenen Ateliers Studio 111 nicht zu beteiligen, bedeutete nicht nur einen fahrlässigen Umgang mit der sozialen Verantwortung und dem Image öffentlicher Institutionen, sondern das Vorgehen negierte in Teilen auch Erkenntnisse der Kunstgeschichte und einen mittlerweile weltweit geltenden Konsens zu diesem Thema.

Erste Formen der Annäherung
Die Lösung brachte vor wenigen Tagen endlich ein gemeinsames, themenbezogenes Gespräch im Kulturamt.

Von der Kulturamtsleitung wurde somit die Teilnahme der Künstler des Studio 111 bei den 2013er Kunstpunkten in einer vorläufigen Gastrolle vorgeschlagen und zugesagt – eine Art priviligierter Partnerschaft – die zwar noch die Idee des Testlaufs in sich trägt, aber eindeutig einen ersten wichtigen Schritt markiert. 

Grosses Interesse an sogenannter Outsider Art
Das interessierte Kunst-Publikum kann im September dann auch in Düsseldorf erkennen, was weltweit für immer größeres Interesse sorgt: die diffizilen Kunsttechniken und Lebenswelten von Künstlern mit geistigen und psychischen Einschränkungen.

Hier erscheint ein uns zugehöriger, aber ebenso eigener Kosmos, der auch in dieser Stadt zu neuen Gesprächen und wichtigen Einsichten führen wird.

Die Kunst, die Künstler und die Stadt Düsseldorf werden von dieser neuen Form der Offenheit und Toleranz in jedem Fall profitieren.
Konzeptuelle Begleitung

Die jetzt von uns erreichte, erstmalige Beteiligung von Künstlern mit geistiger Behinderung an den Kunstpunkten, wird in Kooperation mit dem Kulturamt von mir als Künstler und dem Verein Jason Rø e.V. in Form eines Projekts zu Kunst und sozialer Verantwortlichkeit konzeptionell begleitet. 

Wir freuen uns auf Kommentare und Anregungen in der Kommentarfunktion. 
Danke.
Carsten Reinhold Schulz
 


Freitag, 14. September 2012

Düsseldorf grenzt Künstler mit geistiger Behinderung aus. Ein offener Brief an den Bürgermeister.

Düsseldorf: Nachholbedarf in Sachen Toleranz?

Nach mehreren vergeblichen Versuchen der pädagogischen Leitung, des im Düsseldorfer Stadtteil Lohausen beheimateten Ateliers Studio 111, an den sogenannten „Kunstpunkten“ teilzunehmen, wurde den zumeist geistig behinderten Künstlerinnen und Künstlern eine Teilnahme an der jährlich stattfindenden Prestige-Aktion des Kulturamts, in diesem Jahr erneut verwehrt. 

Aus Sicht des gemeinnützigen Vereins für die Förderung geistig behinderter Künstler und Art Brut, JASON RØ e.V., spricht die Wiederholung der Ablehnung und damit der tatsächlichen Ausgrenzung deutlich gegen einen Zufall.
Das in Trägerschaft des Deutschen Ordens existierende Haus St. Josef kann bereits auf eine langjährige, unter den Nationalsozialisten ausgesprochen leidvolle, Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung zurückblicken.
In dem, zum Haus gehörenden, geräumigen Atelier arbeiten seit Beginn der Gründung im Jahre 1994, unter Anleitung von geschulten Pädagogen, etliche Künstler in verschiedenen Arbeitstechniken.
Obwohl das Studio 111 an Messen und Kunstausstellungen teilnimmt, ist das Kulturamt Düsseldorfs offenbar nicht gewillt, diese intensive künstlerische Auseinandersetzung mit anderen Künstlern gleichzustellen. Schon bei leichtem Nachdenken über das Thema Kunst und Behinderung, kann der fehlende Besitz einer persönlichen Künstlerkarte als Grund für den Ausschluss am öffentlichen Atelier-Rundgang wohl nicht ausreichen.
Mit diesem offenen Brief will der Verein „JASON e.V.“ und das Blogprojekt „Der Künstler als Kritiker“ Bürgermeister Herrn Dirk Elbers und alle Verantwortlichen der Stadt dazu aufrufen, endlich Schritte zu unternehmen, die einem solch intoleranten und rückständigem Betragen innerhalb des städtischen Kulturapparates Einhalt gebieten.

Dringender Gesprächsbedarf ist offensichtlich – gerade im Hinblick auf eine menschliche, weltoffene, kulturaffine Stadt.

Weitere Informationen:


Carsten Reinhold Schulz
Der Künstler als Kritiker